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Kennst Du das? Es geht Dir miserabel, vielleicht hast Du eine Trennung hinter Dir oder es ist tatsächlich jemand gestorben. Du heulst Dich aus, teilst Dein Leid, weisst nicht was Du tun sollst und Dein Gegenüber sagt nach einer gewissen Zeit: „Das wird wieder!“.

Oder: „Du bist doch noch jung.“
Oder: „Zeit heilt alle Wunden.“
Oder: „Reiß Dich zusammen.“

Gut gemeint ist nicht gleich gut

Auch wenn wir wissen, dass die andere Person es gut meint, es ist nicht gut für uns. Was wir hören ist „Deine Gefühle sind nicht so schlimm, mach nicht so einen Wind darum, es ist eh bald alles wieder vergessen“.

Natürlich möchte die andere Person dass es uns besser geht und versucht uns damit zu vermitteln, dass wir nicht ewiglich leiden werden. Auch das ist vollkommen richtig. Der Schmerz und das Leid werden vorübergehen

Doch jetzt, in diesem Moment leiden wir und das Herz schmerzt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Wir sind aufgeschmissen. Und wir brauchen ein bisschen Zeit um aus diesen Gefühlen wieder rauszukommen, nicht jemanden der uns sagt, dass wir das einfach vergessen sollen.

Es ist ok, dass es nicht ok ist

…für eine gewisse Zeit. Es ist ok dass wir trauern über das was passiert ist. Dass wir aufstehen, den Staub abschütteln und versuchen weiterzugehen.

Aber es ist auch ok wenn wir ein Wochenende im Bett verbringen wollen. Oder erstmal nicht mit feiern gehen. Oder anfangen uns umzuorientieren. Oder oder oder… Was auch immer uns gut tut in der Situation.

Oftmals können die anderen nicht mit negativen Gefühlen umgehen

Natürlich möchten unsere Freunde und Familie, dass es uns schnell besser geht. Und wenn jemand sagt „Die Zeit heilt alle Wunden“, dann möchte er uns besänftigen und uns vermitteln, dass bald alles wieder gut sein wird.

Ich glaube aber, dass oftmals das eigene Unvermögen mitschwingt nicht mit negativen Gefühlen umgehen zu können. Dass man es nicht erträgt, wenn der andere von Kummer spricht und sich mies fühlt. Sicherlich liegt das daran, dass wir empathisch sind und mit anderen mitfühlen. Aber ich denke oftmals wollen wir nicht an unsere eigenen Schmerzen erinnert werden und versuchen die Negativität loszuwerden. „Das wird ja wieder, ich sollte mich nicht so anstellen und so viel Wind darum machen. Passiert halt.“

Du entscheidest wieviel Zeit Du für was brauchst

Du allein weisst wieviel Zeit Du brauchst um zu trauern oder über etwas hinwegzukommen. Du allein weisst, was Du jetzt brauchst und was Dir gut tut. Du musst Dich nicht schämen wenn Du ungeduscht zuhause sitzen möchtest. Oder wenn Du sagst „F*** that, ich geh tanzen“ und Dich schick machst.

Du allein entscheidest ob Du Dich weiter „anstellen“ möchtest oder ob „die Zeit schon alle Wunden geheilt hat“.

Ich weiss, dass es schwierig sein kann wenn Du Deinem Umfeld auch noch klar machen muss, was Du brauchst bzw. dass es noch nicht soweit ist auch wenn andere denken es sollte jetzt mal gut sein. Es kostet extra Kraft, die Du eigentlich gerade für andere Dinge aufwenden möchtest. Aber umso mehr Du zu Dir stehst und umso mehr Du für Dich klar bist was Du brauchst, umso klarer wird es auch für Dein Umfeld sein.

 

Kennst Du noch mehr solcher „Ich meine es doch nur gut“-Sätze?

10/09/2017

Wie entscheidest Du in schwierigen Situationen?

Gerade in schwierigen Situationen sehen wir uns oft überfordert mit einer 'richtigen' Entscheidung. Bleiben oder gehen? Neuer Job oder alter? Scheidung oder nicht? Sich um eine/n Familienangehörige/n kümmern, obwohl man nicht gut miteinander auskommt? Wir versuchen dann oft zu fragen 'Was ist richtig? Was nicht?' Wir fragen Freunde um ihre Meinung, orientieren uns an dem was andere tun.

Aber fragen wir welche Entscheidung uns gut tun würde?

'...aber die Kinder!' Wie oft habe ich das in Scheidungssituationen schon gehört.

'...aber wir sind doch schon so lange zusammen und haben so viel gemeinsam erlebt' Wie oft kommt dieser Satz wenn es um das Ende einer Beziehung geht.

Tust Du was die anderen für richtig halten?

Unser Kopf hat eigentlich immer eine Antwort. Meist die, die unsere Freunde auch vertreten würden. Oder die, die wir im Fernsehen gesehen oder in einem Buch gelesen haben. Aber womit geht es Dir gut?

Dein Kopf weiss, dass ein neuer Job Risiken birgt. Probezeit, vielleicht klappt es nicht, vielleicht sind die Kollegen doof. Und überhaupt, der alte Job ist ja eigentlich ok. Die Konflikte kriegst Du schon irgendwie in den Griff. Und das Gehalt ist ja auch ganz gut.

Aber was sagt Dein Bauch? Krampft sich alles zusammen wenn Du darüber nachdenkst noch länger am selben Schreibtisch zu sitzen?

Wie Du herausfindest was Dein 'richtig und falsch' ist

Ich werde Dir jetzt nichts Neues erzählen, aber Ruhe, Konzentration auf Dich selbst, absolute Ehrlichkeit und der Mut auch die unangenehme, vielleicht schmerzliche Wahrheit zu sehen und zu akzeptierren können Wunder bewirken.

Nimm Dir ein paar Stunden für Dich selbst. Tue etwas, das Dir gut tut. Ein Bad, ein Spaziergang im Wald, Sport, kochen, was auch immer.

Lass die Gedanken ohne Ablenkung fliessen.

Atme dabei ruhig, aber tief.

Frage Dich: "Was ist für mich richtig?"

Spüre welches Gefühl sich breit macht.

Kannst Du erkennen was es ist?

Was sagt es Dir?

Kannst Du akzeptieren was es Dir zeigt oder kommen sofort Zweifel, Angst und Sorge hoch?

Dann zieh Dich nicht zurück, sondern lass ihnen Raum. Sage Dir 'Ich akzeptiere, dass Sorge, Angst, etc da ist.'

Das Gefühl sollte sich allein dadurch verkleinern. Es sollte angenehmer sein.

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Wenn Du 'negativen' Gefühlen Raum gibst werden sie kleiner

Du solltest merken, dass die unangenehmen Gefühle, die Dich vielleicht bis hierhin von Deiner für Dich richtigen Entscheidung abgehalten haben kleiner sind und Du dadurch offener für neue Ideen und Sichtweisen wirst.

Am besten wiederholst Du das Innehalten regelmässig und hörst Dir selbst zu. Du wirst merken, dass Du für jedes Thema eine Entscheidung hast.

Falls nein, dann ist die Lösung noch nicht da. Dann warte ab, ob sich in den kommenden Tagen oder Wochen eine Entscheidung herauskristallisiert.

Wichtig ist, dass Du genügend Ruhe für Dich findest, dass Du wirklich 'hören' kannst was von innen kommt.

Klingt Dir zu esoterisch? Nun, Gefühle haben wir alle. Aber wenn wir tagtäglich im Stress sind, Job, Familie, Sport, Einkauf unter einen Hut bringen, dann 'fühlen' wir nicht 100%ig. Dann drücken wir die Dinge von denen wir denken, dass sie uns noch mehr Stress machen werden einfach weg.

'Ich kann jetzt nicht auch noch darüber nachdenken'

Aber genau das sind die Gefühle, die wir fühlen sollten, damit sich unser Stress im realen Leben lösen kann. Oftmals hetzen wir Dingen nach, die für uns eigentlich nicht wichtig sind. Wir denken nur, sie sind wichtig.

Wenn wir aber von innen heraus entscheiden, unser Bauchgefühl befragen und schauen was wirklich für uns 'richtig' ist, dann haben wir eigentlich keinen Stress.

Du hast eine Frage oder möchtest eine Erfahrung mit uns teilen? Dann kommentiere hier!

Dieser Artikel ist auch erschienen bei Edition F

Diesen Artikel kannst Du HIER als .pdf herunterladen.

29/07/2017

Dieser Artikel ist von Lena unter www.freudmich.wordpress.com

Oh, Panikattacke du gemeiner Fehlalarm. Niemand ist wirklich vor dir sicher und überall kannst du uns erwischen. Dann bringst du unser Herz zum Rasen, die Atmung wird schneller und die Hände werden feucht. Dazu kommt ein Gefühl von tiefer Angst, im Extremfall sogar Todesangst.
Damit du der Panikattacke nicht hilflos ausgeliefert bist, kommen jetzt fünf Tipps, die dabei helfen können, die Lage wieder in den Griff zu bekommen:

1. Ruhe bewahren: Panik und Angst sind Gefühle und Gefühle gehen vorbei. Denk dir ein Mantra aus: „Alles wird gut“.
2. Überlege dir, was im allerallerschlimmsten Fall passieren könnte. Denk deine Ängste zu Ende. Oft stellt sich heraus, dass es ganz so schlimm dann doch nicht ist. Zumindest nicht so schlimm, dass die Welt untergeht oder dein Leben ernsthaft bedroht ist.
3. Einatmen und ausatmen: versuche eine Atemübung zu machen und deinen Körper runterzufahren.
4. Höre dir eine Entspannungsgeschichte an. Du kannst dir eine Instruktion auf dein Handy laden und dich in eine andere Welt beamen (nicht geeignet für Menschen, die unter Psychosen leiden oder einer Störung aus dem Autismusspektrum zugehörig sind).
5. Versuche dich abzulenken: rufe eine Freundin an oder spiele ein Handyspiel. So durchbrichst du den Teufelskreis negativer Gedanken.

Das Wichtigste ist anzuerkennen: eine Panikattacke ist sehr unangenehm aber sie geht vorbei. Immer. Umso mehr sie willkommen ist, desto machtloser wird sie. Und alles was du tun musst ist durchhalten – auch wenn das jetzt sehr einfach gesagt ist.
Für alle, die schon mehrere Panikattacken hinter sich hatten: erinnert euch daran, dass ihr sie irgendwie überstanden habt und sie jedes Mal vorüber gingen!
Solltet ihr öfter unter Panikattacken leiden oder dadurch in eurem Alltag eingeschränkt sein, dann macht ein Besuch bei einem Therapeuten Sinn.

29/01/2017

Der letzte Tag des Jahres und natürlich der Tag an dem viele von Euch darüber nachdenken, wie das Jahr für Euch war.
Ich denke seit einigen Wochen darüber nach, denn ich habe dieses Jahr einige Themen, die ich mit mir rumschleppe. Ich weiss nicht, wie ich sie lösen soll. Ich will aber auch eigentlich gar nicht mehr viel Energie dort reinstecken. Also sitze ich auch heute wieder hier und denke

‚Willst Du das nächstes Jahr auch noch durchkauen? Nein, aber 100%ig loslassen kann ich es auch noch nicht.‘

Also was tun?

Ich habe diese Situation in meinem Leben, über die ich immer wieder nachdenken muss. Die in ähnlicher Form schon vor ein paar Jahren passiert ist. Damals habe ich mir gesagt ‚Das passiert Dir nie wieder!‘.
Nur zwei Jahre später ist es mir wieder passiert.

Und darüber komme ich einfach nicht weg.
Jeden Tag frage ich mich:

Wie konntest Du nur wieder so doof sein?
Warum hast Du wieder falsch reagiert?
Warum hast Du das mit Dir machen lassen?
Wieso hast Du nicht gesagt, was Du wirklich gedacht und gefühlt hast?

Jeden Tag erinnere ich mich daran, dass ich in den letzten zwei Jahren anscheinend nichts gelernt habe und deswegen auch nicht sicher sein kann, dass mir dasselbe in Zukunft nicht wieder passiert.

Ich habe das Vertrauen in mich und meine Entscheidungen verloren.

Nun, wie kann ich das im kommenden Jahr ändern bzw. es einfach im alten zurücklassen?

Die Antwort: Ich weiss es nicht.

Ich habe daher beschlossen loszulassen, dass ich loslassen muss.

Mich jeden Tag damit zu quälen, warum ich so und nicht anders reagiert habe, warum es so und nicht anders passiert ist ist anstrengend. Mittlerweile kommt hinzu, dass ich mir tagtäglich sage: ‚Lass es doch einfach ruhen und lass es los.‘
Die Sache ruhen zu lassen und einfach abzuschliessen gelingt mir (noch) nicht. Es sind materielle Dinge involviert, mein Stolz ist involviert und ich weiss genau: wenn ich mir heute sage, dass ich nächstes Jahr nicht mehr darüber nachdenken möchte, wache ich spätestens am 2.1. auf und denke darüber nach 🙂

Aber was kann ich tun? Ich möchte etwas ändern an diesem Zustand des täglichen Fragens, aber wie soll das gehen, wenn ich die Geschichte nicht in meinem Kopf beenden kann?

Ich lasse den Gedanken los, dass ich loslassen muss.

Wie?
Das Minimum, das mir heute möglich ist, ist den Gedanken loszulassen, dass ich meine Gedanken in Hinblick auf die Situation ändern muss oder dass sie falsch sind.

Vielleicht muss ich nochmal sechs Monate darüber nachdenken. Tagtäglich. Und mir die oben genannten Fragen stellen. Vielleicht kommt am 1. Tag des siebten Monats eine Antwort. Vielleicht aber auch nicht. Ich darf darauf vertrauen, dass mein Kopf die Zeit nimmt, die er braucht, um die Fragen für sie zu klären.
Ein Hund kaut so lange auf einem Knochen, bis er ihn aufgekaut hat. Er fragt sich nicht, ob das jetzt zu lange oder zu schnell war.

Ich akzeptiere, dass diese Gedanken da sind und dass sie vielleicht noch einen hilfreichen Hinweis enthalten. Irgendwann mal.
Ich verabschiede mich von dem Muss, die gesamte Situation loszulassen. Vielleicht auch den darin involvierten Menschen.
Ich vetraue darauf, dass sich alles zu seiner Zeit lösen wird und versuche nicht unter Druck und Widerstand diesen Zeitpunkt selbst zu bestimmen nur weil ich denke, dass mehrere Monate genug sind.

Ich akzeptiere, was ist.

Welche Situation, welchen Menschen, welchen Vorfall kannst/willst Du noch nicht loslassen?
Kannst Du den Gedanken loslassen, dass sich Deine Wut, Dein Ärger, Dein Unverständnis darüber schon längst aufgelöst haben sollten?
Kannst Du stattdessen akzeptieren, dass das, was sich in Deinem Kopf dreht noch ein bisschen weiterdrehen muss und darauf vertrauen, dass es seine eigene Zeit finden wird, wann es vorüber ist/sich verändert?

31/12/2015

Im Englischen heisst es ja bekanntlich: No news is good news. Wenn Du nichts von jemandem hörst, geht es ihm gut und er ist zu beschäftigt sich zu melden.
Bei mir war es nun lange Zeit still. Zuerst wegen der Liebe, dann wegen des Alleinseins und jetzt wegen des ’nicht wissens‘.

Nicht wissen, wohin ich eigentlich möchte. Mit mir selbst. Meinem Leben. Mit dem, was ich tue. Und immer wieder der Frage in meinem Kopf: Kann ich anderen vorleben mein bestes Ich zu sein, wenn ich gerade von allen am wenigsten denke, dass ich es bin? Wie kann ich andere motivieren und anstecken, wenn ich selbst keine Motivation habe und nicht ‚angesteckt‘ bin?

Ich würde mich am liebsten gerade verkriechen und nur noch TV schauen. Wie meine Coach aus dem letzten Jahr sagte: Wir müssen uns zuerst das geben, was wir brauchen, bevor wir Einfluss nehmen können, so wie es uns bestimmt ist in diesem Leben.
Gleichzeitig mache ich mich fertig dafür, dass ich wieder nicht so weit gekommen bin mit IchBinDasBesteIch.com, wie ich gerne wollte. Dass ich eigentlich immer noch an derselben Stelle stehe wie vor einem Jahr. Dass ich es nicht hinbekommen meinen Newsletter einmal im Monat zu schreiben. Oder regelmässig Artikel zu veröffentlichen, die auch anderswo veröffentlicht werden. Dann frage ich mich:

Bin ich zu ungeduldig? Erwarte ich zu viel? Wo ist meine Energie hin? Und wie bekomme ich sie zurück?

 

Mir fiel ein toller TED Vortrag in die Hände von Tracy McMillan, einer Autorin aus den USA. Er heisst ‚The person you really need to marry‘ Die Person, die Du wirklich heiraten solltest.
Tracy beschreibt darin, wie sie nach drei Ehen und drei Scheidungen auf dem Weg ist sich selbst zu finden. Ihre Eltern konnten sich nicht um Tracy kümmern, daher hat sie ihre Jugend in Pflegeheimen verbracht. Danach versprach sie sich selbst, dass sie nie mehr in ihrem Leben verlassen werden würde und heiratete zum ersten Mal mit 19, um nicht alleine zu sein. Nach vier bis fünf Jahren verliess sie ihre Männer. Ihr dritter Mann betrog sie nach 9 Monaten. Also merkte sie, dass da etwas nicht stimmt.

Sie lernte, dass sie sich selbst ‚heiraten‘ musste, denn niemand kann ihr das Gefühl geben, dass sie suchte: Ganzheit, vollkommen sein, nicht verlassen sein. Sie verstand, dass sie sich selbst lieben und akzeptieren musste, um nicht mehr verlassen zu werden. Sie lernte, dass sie sich zuerst selbst versprechen musste, sich nicht zu verlassen, egal, ob sie erreicht, was sie möchte oder nicht. Egal, ob sie krank oder gesund ist. Egal, ob sie dick oder dünn ist. Egal, ob sie reich oder arm ist.

Die Bereiche, in denen Dir die größten Herausforderungen gegenüber stehen, sind die, in denen Du das Meiste zu geben hast

– Tracy McMillan

 

Du hast in diesem Leben nur Dich. Du wurdest mit Deinem Körper, Deinem IQ, Deinen Gefühlen, Deiner Familie, Deinem Hintergrund und was sonst noch zu Dir gehört geboren. Du hast keine andere Wahl als Dich so zu akzeptieren wie Du bist. Natürlich kannst Du an Dir arbeiten, wenn Dir etwas nicht gefällt. Aber so wie in der Liebe und dem Eheversprechen: Bis das der Tod uns scheidet, in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit und so weiter.

Und so lange wir das nicht lernen, wird das Leben uns weiterhin Herausforderungen bieten, an denen wir wachsen können. So lange wir uns selbst nicht lieben wird das Leben uns Beziehungen schenken, die uns das spiegeln. So lange wir uns selbst nicht akzeptieren wird uns das Leben Situationen schaffen, in denen wir nicht erfolgreich sind. So lange wir selbst nicht bereit sind uns auf uns selbst festzulegen wird uns das Leben immer wieder Möglichkeiten geben in denen sich andere auch nicht auf uns festlegen.

Ich lerne also, wie ich mich auf mich selbst festlegen kann. Wie ich mich mir selbst verpflichten und mir versprechen kann immer für mich da zu sein, auch wenn ich in meinen Augen gescheitert bin, falsch gehandelt habe, wieder zu wenig Sport gemacht habe, mich wieder nicht an das gehalten habe, wofür ich eigentlich stehen möchte.
Ich lerne also mir Zeit zu geben, mich lieb zu haben, dass es ok ist mich auch mal nicht zu mögen, aber mich deswegen trotzdem nicht gleich zu verlassen.
Ich lerne also, dass ich in diesem Leben mein wichtigster Partner bin, dass ich mir treu bin und mit mir selbst immer ehrlich.

Ich weiss nicht, wann oder ob ich diese Herausforderung jemals meistern werde. Ich weiss aber, dass sie eine der wichtigsten in meinem Leben ist.
Vielleicht ja auch in Deinem….

27/09/2015

Momentan dreht sich bei mir vieles um das Thema Engagement und commitment, das sich aus dem Englischen auch tatsächlich als selbiges übersetzen lässt.

Den vergangenen Freitag verbrachte ich zusammen mit Kollegen in der Notunterkunft für Flüchtlinge der Berliner Stadtmission und mit Flüchtlingsfamilien aus dem Haus Leo der Stadtmission.

Wir halfen am Vormittag in der Notunterkunft aus, einer Traglufthalle in der es bereits um 11 Uhr ca 30C warm war

Eine Klimaanlage wurde bisher noch nicht bewilligt, kann aber eingebaut werden, denn die Betreiberfirma hat bereits einen Testlauf gemacht.

Hier finden ca. 300 Menschen für die ersten Tage in Deutschland Platz. Die Männer sind in einer kleineren Halle direkt nebenan untergebracht, Familien und Frauen in der Haupthalle.

Täglich werden die freien Plätze an das Landesamt für Gesundheit und Soziales gemeldet, das daraufhin Menschen zur Notunterkunft sendet. Am Vormittag füllen sich die Warteplätze schnell, bevor um 12 Uhr die offizielle Neuaufnahme beginnt. Hier helfen wir an diesem Tag. Nehmen Personalien der Flüchtlinge auf und zeigen ihnen dann ihre Betten. Bis auf ein bis zwei Frauen kommen an diesem Tag nur Männer. Meistens jung.
Ich begleite zwei von ihnen zu ihrer Kabine. Der eine Kommt aus Syrien, spricht aber nicht viel Englisch, so dass ich mich nicht weiter mit ihm unterhalten kann. Der andere spricht gar kein Englisch, so dass ich nichtmal erfahre, woher er kommt.

Die ‚Kabinen‘ bestehen aus ca 6-8 Betten (3-4 Hochbetten). Jeder Flüchtling erhält ein Laken, einen Kopfkissenbezug und einen Deckenbezug, dazu ein Handtuch. Die Stadtmission versucht über Spenden ausreichend Drogerieartikel bereitzustellen, sowie Kleidung, vor allem für Kinder.

Meine Kollegin und ich haben den Morgen damit verbracht im Housekeeping zu helfen. Wir gehen durch ca 15 ‚Kabinen‘ und ziehen alle leeren bzw seit heute unbelegten Betten ab. Eigentlich sollen das die Flüchtlinge selbst tun, wenn sie die Notunterkunft verlassen, aber auch hier können die wenigsten Deutsch oder Englisch.

Wir prüfen Kissen, Decken und Matratzen. Müssen sie dringend gewaschen werden oder reicht ein Neubezug?

Die Schonbezüge sind oftmals fleckig und immer voller Fusseln und Haare. Leider reichen die Ressourcen nur für einen Wechsel bei extremer Verschmutzung. Haare und Fusseln müssen bleiben.

Es gibt keine Schränke, nur ein großes Regal in das die Menschen Persönliches legen können. Ein Tisch, ein bis zwei Stühle und eine Verlängerungssteckdose in der Mitte des Raumes. Handtücher werden am Hochbett aufgehängt. Manche haben sich mit dem Bettlaken eine Höhle gebaut für etwas mehr Privatsphäre.

In zwei Kabinen treffen wir auf schlafende Männer, die sich durch uns nicht stören lassen. In einer Kabine begegnet uns ein Bosnier, der mit uns Italienisch spricht. In der anderen finden wir ein Blatt mit Deutschvokabeln, die ein Pakistani sich notiert hat.

Überall liegen SIM Karten

Die meiste Zeit hallt Musik aus einer der anderen Kabinen herüber. Die Kabinen bestehen nur aus Holzwänden, sind nach oben hin offen. Ab Mittags läuft in der großen Halle Musik. Hier gibt es einen Ess- und Aufenthaltsbereich mit Kinderecke, in dem sich die meisten aufhalten, bis es zu heiss wird.

Die Traglufthalle steht auf einem Sportplatz, viele spielen draussen in der Sonne Fussball und beschäftigen die Kinder.

Um 13 Uhr ist Essenausgabe.

Die Hälfte der Arbeit wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern ausgeführt. Ohne sie wäre vieles nicht möglich

Jede Woche gibt es einen Newsletter mit Link über den man sich eintragen und eine Zeit ausmachen kann, wann man unterstützen möchte.
In Moabit fehlt es Gottseidank nicht an Freiwilligen. In anderen Bezirken sieht es anders aus.

Wir sprechen noch kurz mit Matthias Hamann, Ansprechpartner für die Traglufthalle. Er erklärt uns, dass letztes Jahr im Winter zu viele Flüchtlinge ankamen, die nicht notversorgt werden konnten. Er befürchtet dasselbe für dieses Jahr, insofern sich nichts ändert.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales vergibt Kostenübernahmen für Hostels, wenn die Notunterkünfte voll sind. Viele Hostels nehmen aber Flüchtlinge nicht auf. Im Winter mussten also Familie mit einer Kostenübernahme weggeschickt werden, auch wenn es keine anderen Unterkünfte mehr gab. Matthias Hamann hofft darauf, dass sich durch die Bewegung aus der Gesellschaft auch etwas in der Flüchtlingspolitik ändern wird.

Am Nachmittag haben wir ca 45 Personen, Familien und Einzelpersonen mit in den Zoo genommen.

Ich spreche mit zwei afghanischen Mädchen, die fast fliessend und akzentfrei Deutsch können. Sie sind seit 11 Monaten in Deutschland und seit fünf Monaten in der Schule. Ihre Mütter können kein Deutsch oder Englisch.

Die Stimmung ist ausgelassen, das Wetter gut, die Familien freuen sich. Dafür brauchen wir Gottseidank keine Sprache

26/04/2015
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