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Loslassen, dass Du loslassen musst

written by Alexandra 31/12/2015

Der letzte Tag des Jahres und natürlich der Tag an dem viele von Euch darüber nachdenken, wie das Jahr für Euch war.
Ich denke seit einigen Wochen darüber nach, denn ich habe dieses Jahr einige Themen, die ich mit mir rumschleppe. Ich weiss nicht, wie ich sie lösen soll. Ich will aber auch eigentlich gar nicht mehr viel Energie dort reinstecken. Also sitze ich auch heute wieder hier und denke

‚Willst Du das nächstes Jahr auch noch durchkauen? Nein, aber 100%ig loslassen kann ich es auch noch nicht.‘

Also was tun?

Ich habe diese Situation in meinem Leben, über die ich immer wieder nachdenken muss. Die in ähnlicher Form schon vor ein paar Jahren passiert ist. Damals habe ich mir gesagt ‚Das passiert Dir nie wieder!‘.
Nur zwei Jahre später ist es mir wieder passiert.

Und darüber komme ich einfach nicht weg.
Jeden Tag frage ich mich:

Wie konntest Du nur wieder so doof sein?
Warum hast Du wieder falsch reagiert?
Warum hast Du das mit Dir machen lassen?
Wieso hast Du nicht gesagt, was Du wirklich gedacht und gefühlt hast?

Jeden Tag erinnere ich mich daran, dass ich in den letzten zwei Jahren anscheinend nichts gelernt habe und deswegen auch nicht sicher sein kann, dass mir dasselbe in Zukunft nicht wieder passiert.

Ich habe das Vertrauen in mich und meine Entscheidungen verloren.

Nun, wie kann ich das im kommenden Jahr ändern bzw. es einfach im alten zurücklassen?

Die Antwort: Ich weiss es nicht.

Ich habe daher beschlossen loszulassen, dass ich loslassen muss.

Mich jeden Tag damit zu quälen, warum ich so und nicht anders reagiert habe, warum es so und nicht anders passiert ist ist anstrengend. Mittlerweile kommt hinzu, dass ich mir tagtäglich sage: ‚Lass es doch einfach ruhen und lass es los.‘
Die Sache ruhen zu lassen und einfach abzuschliessen gelingt mir (noch) nicht. Es sind materielle Dinge involviert, mein Stolz ist involviert und ich weiss genau: wenn ich mir heute sage, dass ich nächstes Jahr nicht mehr darüber nachdenken möchte, wache ich spätestens am 2.1. auf und denke darüber nach 🙂

Aber was kann ich tun? Ich möchte etwas ändern an diesem Zustand des täglichen Fragens, aber wie soll das gehen, wenn ich die Geschichte nicht in meinem Kopf beenden kann?

Ich lasse den Gedanken los, dass ich loslassen muss.

Wie?
Das Minimum, das mir heute möglich ist, ist den Gedanken loszulassen, dass ich meine Gedanken in Hinblick auf die Situation ändern muss oder dass sie falsch sind.

Vielleicht muss ich nochmal sechs Monate darüber nachdenken. Tagtäglich. Und mir die oben genannten Fragen stellen. Vielleicht kommt am 1. Tag des siebten Monats eine Antwort. Vielleicht aber auch nicht. Ich darf darauf vertrauen, dass mein Kopf die Zeit nimmt, die er braucht, um die Fragen für sie zu klären.
Ein Hund kaut so lange auf einem Knochen, bis er ihn aufgekaut hat. Er fragt sich nicht, ob das jetzt zu lange oder zu schnell war.

Ich akzeptiere, dass diese Gedanken da sind und dass sie vielleicht noch einen hilfreichen Hinweis enthalten. Irgendwann mal.
Ich verabschiede mich von dem Muss, die gesamte Situation loszulassen. Vielleicht auch den darin involvierten Menschen.
Ich vetraue darauf, dass sich alles zu seiner Zeit lösen wird und versuche nicht unter Druck und Widerstand diesen Zeitpunkt selbst zu bestimmen nur weil ich denke, dass mehrere Monate genug sind.

Ich akzeptiere, was ist.

Welche Situation, welchen Menschen, welchen Vorfall kannst/willst Du noch nicht loslassen?
Kannst Du den Gedanken loslassen, dass sich Deine Wut, Dein Ärger, Dein Unverständnis darüber schon längst aufgelöst haben sollten?
Kannst Du stattdessen akzeptieren, dass das, was sich in Deinem Kopf dreht noch ein bisschen weiterdrehen muss und darauf vertrauen, dass es seine eigene Zeit finden wird, wann es vorüber ist/sich verändert?

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