Home Gefühle Manchmal herrscht Stille…

Manchmal herrscht Stille…

written by Alexandra 27/09/2015

Im Englischen heisst es ja bekanntlich: No news is good news. Wenn Du nichts von jemandem hörst, geht es ihm gut und er ist zu beschäftigt sich zu melden.
Bei mir war es nun lange Zeit still. Zuerst wegen der Liebe, dann wegen des Alleinseins und jetzt wegen des ’nicht wissens‘.

Nicht wissen, wohin ich eigentlich möchte. Mit mir selbst. Meinem Leben. Mit dem, was ich tue. Und immer wieder der Frage in meinem Kopf: Kann ich anderen vorleben mein bestes Ich zu sein, wenn ich gerade von allen am wenigsten denke, dass ich es bin? Wie kann ich andere motivieren und anstecken, wenn ich selbst keine Motivation habe und nicht ‚angesteckt‘ bin?

Ich würde mich am liebsten gerade verkriechen und nur noch TV schauen. Wie meine Coach aus dem letzten Jahr sagte: Wir müssen uns zuerst das geben, was wir brauchen, bevor wir Einfluss nehmen können, so wie es uns bestimmt ist in diesem Leben.
Gleichzeitig mache ich mich fertig dafür, dass ich wieder nicht so weit gekommen bin mit IchBinDasBesteIch.com, wie ich gerne wollte. Dass ich eigentlich immer noch an derselben Stelle stehe wie vor einem Jahr. Dass ich es nicht hinbekommen meinen Newsletter einmal im Monat zu schreiben. Oder regelmässig Artikel zu veröffentlichen, die auch anderswo veröffentlicht werden. Dann frage ich mich:

Bin ich zu ungeduldig? Erwarte ich zu viel? Wo ist meine Energie hin? Und wie bekomme ich sie zurück?

 

Mir fiel ein toller TED Vortrag in die Hände von Tracy McMillan, einer Autorin aus den USA. Er heisst ‚The person you really need to marry‘ Die Person, die Du wirklich heiraten solltest.
Tracy beschreibt darin, wie sie nach drei Ehen und drei Scheidungen auf dem Weg ist sich selbst zu finden. Ihre Eltern konnten sich nicht um Tracy kümmern, daher hat sie ihre Jugend in Pflegeheimen verbracht. Danach versprach sie sich selbst, dass sie nie mehr in ihrem Leben verlassen werden würde und heiratete zum ersten Mal mit 19, um nicht alleine zu sein. Nach vier bis fünf Jahren verliess sie ihre Männer. Ihr dritter Mann betrog sie nach 9 Monaten. Also merkte sie, dass da etwas nicht stimmt.

Sie lernte, dass sie sich selbst ‚heiraten‘ musste, denn niemand kann ihr das Gefühl geben, dass sie suchte: Ganzheit, vollkommen sein, nicht verlassen sein. Sie verstand, dass sie sich selbst lieben und akzeptieren musste, um nicht mehr verlassen zu werden. Sie lernte, dass sie sich zuerst selbst versprechen musste, sich nicht zu verlassen, egal, ob sie erreicht, was sie möchte oder nicht. Egal, ob sie krank oder gesund ist. Egal, ob sie dick oder dünn ist. Egal, ob sie reich oder arm ist.

Die Bereiche, in denen Dir die größten Herausforderungen gegenüber stehen, sind die, in denen Du das Meiste zu geben hast

– Tracy McMillan

 

Du hast in diesem Leben nur Dich. Du wurdest mit Deinem Körper, Deinem IQ, Deinen Gefühlen, Deiner Familie, Deinem Hintergrund und was sonst noch zu Dir gehört geboren. Du hast keine andere Wahl als Dich so zu akzeptieren wie Du bist. Natürlich kannst Du an Dir arbeiten, wenn Dir etwas nicht gefällt. Aber so wie in der Liebe und dem Eheversprechen: Bis das der Tod uns scheidet, in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit und so weiter.

Und so lange wir das nicht lernen, wird das Leben uns weiterhin Herausforderungen bieten, an denen wir wachsen können. So lange wir uns selbst nicht lieben wird das Leben uns Beziehungen schenken, die uns das spiegeln. So lange wir uns selbst nicht akzeptieren wird uns das Leben Situationen schaffen, in denen wir nicht erfolgreich sind. So lange wir selbst nicht bereit sind uns auf uns selbst festzulegen wird uns das Leben immer wieder Möglichkeiten geben in denen sich andere auch nicht auf uns festlegen.

Ich lerne also, wie ich mich auf mich selbst festlegen kann. Wie ich mich mir selbst verpflichten und mir versprechen kann immer für mich da zu sein, auch wenn ich in meinen Augen gescheitert bin, falsch gehandelt habe, wieder zu wenig Sport gemacht habe, mich wieder nicht an das gehalten habe, wofür ich eigentlich stehen möchte.
Ich lerne also mir Zeit zu geben, mich lieb zu haben, dass es ok ist mich auch mal nicht zu mögen, aber mich deswegen trotzdem nicht gleich zu verlassen.
Ich lerne also, dass ich in diesem Leben mein wichtigster Partner bin, dass ich mir treu bin und mit mir selbst immer ehrlich.

Ich weiss nicht, wann oder ob ich diese Herausforderung jemals meistern werde. Ich weiss aber, dass sie eine der wichtigsten in meinem Leben ist.
Vielleicht ja auch in Deinem….

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