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Wie Du für Dich selbst einstehst

written by Alexandra 05/01/2017

Immer wieder passiert es, dass wir uns in Situationen befinden, in denen wir emotional reagieren. Wo uns Dinge zu viel sind oder sich etwas nicht gut anfühlt. Oder jemand sagt/tut etwas und wir merken innerlich zieht sich alles zusammen. Aber nicht immer ist der Raum für eine Diskussion da oder nicht immer handelt es sich um Dinge für die wir einen Kompromiss finden können.
ZBsp begegnet uns im Job immer wieder derselbe cholerische Kollege oder gar Chef. Vielleicht haben wir schon mehrfach das Gespräch gesucht oder sogar ein Coaching in Anspruch genommen, aber nichts ändert sich. Der Kollege ist cholerisch, wir sind genervt, scheuen vielleicht schon die Zusammenarbeit oder jegliche Auseinandersetzung. Sonntagabend gehen wir mit Bauchweh ins Bett, Freitagmittag machen wir drei Kreuze wenn wir gehen können.

Jetzt ist der Moment in dem Du für Dich entscheiden musst was Du erträgst und was nicht

 

Einfach so den Job hinschmeissen? Ein Ultimatum setzen? Den Betriebsrat oder einen Ombudsmann einschalten? Amok laufen?
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wichtig ist hier, dass Du für Dich klar hast, wie weit Du mitgehst und wie weit nicht.

ZBsp habe ich kürzlich jemanden kennengelernt. Sah alles gut aus, sogar Gefühle waren da. Dann jedoch stellte sich heraus, dass die Person aus meiner Sicht ein Problem mit Akohol hat. Ich sage ganz bewusst ‚aus meiner Sicht‘, denn wichtig ist, dass ich mir klarmache was ich akzeptabel finde und was nicht. Der eine mag finden, dass jeden Tag ein Bier total ok ist. Für mich ist es das nicht. Vielleicht hatte ich selbst mal ein Alkoholproblem, vielleicht ist es etwas, das ich aus meiner Kindheit kenne, vielleicht aus einer vorherigen Beziehung. Es ist ganz egal. Wenn ich mir klar darüber bin, welche Thematik ich in meinem Leben akzeptieren kann und welche nicht, dann brauche ich gar keine Entscheidung treffen, denn mein Verhalten wird klar sein: Ich habe die Beziehung mit diesem Menschen beendet.
Das bedeutet nicht, dass ich die Person verurteile, nicht mehr mag oder keinen Kontakt mehr haben möchte. Es bedeutet lediglich, dass ich mir 100%ig bewusst darüber bin, was ich in mein Leben lasse und was nicht. Und dass ich hier 0% Kompromisse mache.

Dasselbe gilt für Werte. Ich muss für mich festlegen, was mir wichtig ist und was ich in meinem Leben haben möchte. Nur dann kann ich diesem roten Faden folgen und den für mich richtigen Weg gehen, was nicht heisst, dass das immer einfach wird.
In meinem Leben war es bisher immer so, dass jeglicher Kompromiss den ich bei mir absolut wichtigen Themen eingegangen bin mich immer wieder in den Allerwertesten gebissen hat. Wäre ich standhaft geblieben und hätte so gehandelt wie es mir wichtig ist wären mir viele unangenehme Dinge, viel Zeitverschwendung erspart geblieben. Natürlich habe ich daraus auch etwas gelernt, jedoch wäre es vielleicht bei einem Mal geblieben, statt vielleicht mehreren schwierigen, sich wiederholenden Situationen.

Es geht nicht darum, dass Du nie wieder einen Kompromiss eingehst. Das geht ja gar nicht

 

Es geht darum, dass Du dir selbst bewusst machst „Bei was möchte ich in meinem Leben nicht länger einen Kompromiss eingehen/bin ich Zero kompromissbereit? Was ist verhandelbar und bei was bin ich vollkommen flexibel?“

Los geht’s:
Setz Dich hin und überlege „Wo bin ich in meinem Leben einen Kompromiss eingegangen, der nicht gut für mich war? Auf was bin ich in Zukunft nicht mehr bereit einzugehen? Welche Werte/Verhaltensweisen möchte ich in Zukunft in meinem Leben vermeiden?“ Versuche zu spezifizieren was Du meinst.

ZBsp sieht meine Liste in etwa so aus:
1. Alkoholkonsum – 1x/Woche zBsp zum Essen ok, darüberhinaus inakzeptabel
2. Hass – egal in welcher Form
3. Intoleranz – gegenüber anderen Menschen und deren Meinungen/Einstellungen
4. Besserwisserei – Menschen, die ihre Meinung für besser und absolut richtig halten und mich ‚missionieren‘ möchten
5. …..

Wie gesagt, es geht nicht darum jemanden zu verurteilen oder auf die Liste zu schauen und zu sagen „Sorry, Du bist ein Besserwisser, ich kann Dich nicht mehr treffen“. Es geht darum zu entscheiden wie weit man mit einer Person in seinem Leben gehen möchte. Ich kann mit jemandem einkaufen gehen, aber wenn die Person aus meiner Sicht zu viel trinkt, werde ich diese Person eben nie in eine Bar begleiten oder möchte auch nicht, dass sie bei mir einzieht. D.h. nicht, dass ich die Person nicht wertschätze oder nicht mag. Ich entscheide lediglich wie weit sie Einfluss auf mein Leben nehmen kann. 
Was glaubst Du was passiert, wenn Du im Interview merkst, dass der Chef mit dem Du arbeiten sollst cholerisch ist, Du aber darüber hinweg siehst, weil ist ja DER Job, den Du schon immer wolltest? …obwohl Du Choleriker eigentlich nicht mehr in Dein Leben lassen wolltest.

Mache nun weiter, indem Du aufschreibst, was Du stattdessen haben möchtest bzw mache eine Liste von allen Werten/Verhaltensweisen, die Dir absolut wichtig sind.

ZBsp bei mir etwa so:
1. Liebe – ich begegne allen Menschen offen, friedvoll und erstmal tolerant und möchte auch so behandelt werden
2. Ehrlichkeit – ich bin mir selbst gegenüber ehrlich, auch wenn’s weh tut.
3. Positivität – mal einen Tag schlechte Laune haben ist ok, generell möchte ich positiv auf mein Leben blicken und positiv auf die Dinge sehen
4. Flexibilität/Freiheit – ich allein entscheide was ich mache oder tue, ich lasse mir durch niemanden etwas vorschreiben in Bezug auf mein Leben
5. ….

Schreibe so viele Punkte auf wie Du willst. Setzt natürlich voraus, dass Du Dir selbst versprichst Dich immer an Deine Werte zu halten und für sie einzustehen. Dazu musst Du ehrlich mit Dir selbst sein und entsprechend handeln. Das ist nicht immer leicht, aber es ist machbar. Deine Entscheidung!

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